Ich weiß nicht ob es dafür eine bestimmte Zeit im
Kleinkinderalter gibt, aber bei unserer Tochter hat die Zeit der Ängste mit,
nun fast 3 Jahren, begonnen. Höhenangst hat sie schon etwas länger, Angst wenn
etwas „lustiges“ in einem Comic passiert, wie ein Stein auf jemanden drauf
fällt, jemand wo runter fällt oder jemand einfach nur weint. Doch nun kommt der
Klassiker a la „wer hat Angst vor dem schwarzen Mann“ dazu.
Gerade in den letzten Wochen ging es zeitweise
ziemlich panisch bei uns zu. Ich möchte die Anekdoten natürlich nicht
vorenthalten. Abgesehen davon, dass unser Mädchen Angst vor jedem dicken, etwas
grimmig dreinschauenden Wesen hat, und dabei ist es egal ob es ein Comic oder
real ist und ob eh lieb oder wirklich etwas böse, sofort läuten bei ihr die
Alarmglocken und sie versuchet es aus ihrem Blickfeld zu entfernen. Nun waren
wir vor einigen Wochen bei Oma zu Besuch, es rennt der Fernseher. Ein
Animationsfilm über eine Familie aus Superhelden ist zu sehen und plötzlich fliegt
der etwas stärker gebaute Papa-Superheld von einem Gebäude, man sieht eine
Nahaufnahme des rundlichen Gesichts mit schwarzer Augenmaske. Sofortige Rektion
der Tochter, die neben der Mutter
sitzt, „tu das weg, der schwarze
Ritter kommt“...hm?
Einige Wochen später, die Situation spielt sich im
hauseigenen Kinderzimmer ab. Grund der Besorgnis ist eine schwarze kleine
Plüschspinne, angenäht auf einer Krabbeldecke, welche die Tochter besitzt seit sie ein Baby ist. Eines Morgens
fängt sie plötzlich an zu jammern, die Spinne sei zu sehen und sie wolle die
nicht sehen. Also legt die Mutter das Plüschblatt, dass ebenfall auf dieser
Decke befestigt ist, wieder über die Spinne und so scheint das Problem gelöst.
Scheint so, denn nur einen Tag später weigert sich das Kind in das Kinderzimmer
rein zu gehen, denn da drin ist die Spinne! Darauf angesprochen, warum sie denn
jetzt, nach all der Zeit und so plötzlich, Angst vor dieser Spinne hat, die
doch nur aus Stoff und von irgendjemanden genäht wurde, meint sie „weil die
frisst mich auf!“. Die Mutter nimmt fassungslos die Decke und räumt sie in den
Wäscheschrank. Die nächsten Tage wird immer wieder gefragt, wo die Mutter denn
die Decke hingebracht hat, damit die Tochter niemals versehendlich dort hin
geht und auf die Spinne trifft. Und wieder denkt die Mutter...hm?
Die Mutter macht sich Gedanken, wie Mütter das so machen,
erwähnt sie es auch bei dem täglichen Gespräch mit ihrer Mutter, die darauf hin
erzählt: Als die Tochter das letzte Mal bei Oma war, musste diese eine
ausgestopfte Eule, welche das Mädchen ebenfalls kennt seit es ein Baby war und
früher sogar gemocht hat und hingezeigt hat während sie Eulenlaute nachgemacht
hat, weggeräumt werden denn „ die kommt in der Nacht und holt mich“. Und in
diesem Fall denkt die Oma hm? Aber auch die Mutter nachdem sie es erzählt
bekommt!
Dazu sei erwähnt, die Tochter darf, da sie gesehene Dinge
immer schwer verarbeitet, nicht fernsehen, sie hat selbst verständlich nur
Kinderbücher und wächst auch sonst in einem kindergerechten Umfeld auf. Wie
also kommt sie auf diese Fantasien, das fragt sich die Mutter während sie die
Winnie Pooh DVD verstaut, welche die Tochter als Geschenk bekommen hat,
allerdings auch nicht schauen kann, weil sie ihr Angst machen!
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